Ich stecke grad mitten in einem gepflegten literarischen 70s/80s-Horror-Flashback und knabber mich mit größtem Vergnügen durch James Herberts immer noch angenehm fiese Ratten-Trilogie. Mutiert, blutrünstig, menschenfressend – wer hätte diese pelzigen Monsterchen nicht lieb? Ganz besonders bei Herberts zum Teil sehr detailverliebt geschilderten Schlachtplatten in z.B. einem Kino oder einem U-Bahntunnel. Örks. Da sehe ich doch gerne über etwas arg heldenhafte Helden hinweg, die können mir den Spaß an der blutigen Nager-Apocalypse nun wirklich nicht vermiesen. Wär doch mal was für eine TV-Serie abseits ausgetrampelter Zombie- und Vampirpfade!
Verdammter Kaufrausch! Wie soll ich aber auch bei Preisen von 49 bis 78 Cent die Finger von der Tastatur lassen?
Eine Runde Eigenwerbung mit diesem Reblog von meinem Büchertumblr ;)
[KW 23] Wie oft kaufst du dir neue Bücher?
Das kommt ganz darauf an, welches Trägermedium es betrifft.
Das klassische gute Buch auf Papier mit Deckel und Stauraumbedarf im heimischen Regal kaufe ich nur noch a) im Notfall, also wenn es keine eBook-Ausgabe oder dieselbe nur zu einem bescheuerten Preis gibt, oder b) wenn der nach wie vor tief in mir verankerte Sammler bockig darauf besteht, ein ganz bestimmtes Buch aus verschiedensten Gründen zum Anfassen und Liebhaben besitzen zu müssen. Beide Fälle treten dermaßen selten auf, dass im Schnitt höchstens zwei bis drei Papierbücher pro Quartal den Weg zu mir finden. Oft genug auch gar keins.
Schaue ich mir dagegen meine Kauffrequenz bei eBooks an, wird es mir ab und an schon leicht schwindlig (von den kostenlos abgegriffenen Büchern möchte ich gar nicht erst anfangen). Eine Woche ohne eBook-Kauf hatte ich schon lange nicht mehr, die Anzahl der erlegten Exemplare pro Kauf variiert von einem bis zu einem halben Dutzend, gerne nehme ich komplette Serien im Handstreich mit. Diesen regelmäßigen Bücherkaufrausch kann ich mir allerdings nur deshalb leisten, weil ich eBooks fast ausschließlich auf Englisch lese und damit von den z.T. dramatisch günstigeren Preisen von Verlagsbüchern in diesem Segment profitiere. Dazu gesellen sich dann noch Amazons Tagesdeals und die regelmäßig stattfindenden Aktionstage bis -wochen mit eBook-Schnäppchen um €1, die meine Selbstbeherrschung immer wieder auf eine harte Probe stellen.
Fazit: ich kaufe oft und reichlich neue Bücher - jedenfalls wenn man bereit ist, Dateien als Bücher zu akzeptieren, statt sie als Verfall der Kultur und überhaupt als elektronischer Beelzebub zu verdammen. Wer das nicht kann, sieht in mir natürlich nur einen Büchermuffel ohne Sinn für das Schöne und Wahre…
Ich bin im 7. Himmel – Clive Barkers “Books of Blood” gibt es endlich komplett für den Kindle! *happydancemitkutteln*
Selbst ich eReader-Fan muß zugeben: Papier ist in manchen Situationen nach wie vor einfach unersetzbar…
The Martian (Andy Weir, 2012)
LOG ENTRY: SOL 6
I’m pretty much fucked.
That’s my considered opinion.
Fucked.
Six days into what should be the greatest two months of my life, and it’s turned into a nightmare.
I don’t even know who’ll read this. I guess someone will find it eventually. Maybe a hundred years from now.
For the record… I didn’t die on Sol 6. Certainly the rest of the crew thought I did, and I can’t blame them. Maybe there’ll be a day of national mourning for me, and my Wikipedia page will say “Mark Watney is the only human being to have died on Mars.”
Die ersten Worte des einsamen Astronauten auf dem Mars fassen die Situation besser zusammen, als es jede Inhaltsangabe machen könnte, und geben auch den weiteren Tonfall der Logbucheinträge vor: im Weltraum hört dich keiner fluchen, also warum in Zurückhaltung üben? Zum Glück ist Mark Watney nicht nur eine geübte Kodderschnauze, sondern auch ein exzellenter Botaniker und Mechaniker. Nicht die schlechtesten Fähigkeiten, um mit der zurückgelassenen Ausrüstung zu überleben, bis die NASA merkt, dass sie jemanden vergessen haben.
Yes, of course duct tape works in a near-vacuum. Duct tape works anywhere. Duct tape is magic and should be worshiped.
Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich eine durch unglückliche Umstände auf dem Mars für tot gehaltene und deshalb von der restlichen Crew einer Marsmission zurückgelassene Mischung aus Scotty und MacGyver mit allen möglichen Widrigkeiten herumschlagen könnte, um eine Chance zur Rettung zu erhalten, der ist hier bestens bedient. Um nichts anderes geht es, keine Aliens, keine superduper Zukunftstechnologie, dafür etwas Ähnliches wie “Apollo 13” auf dem Mars, mit einer sehr gelungenen Mischung aus Techtalk und Humor. Für Liebhaber des Genres eine dicke Empfehlung! Und dazu der Beweis, dass Selfpublisher durchaus einen zweiten Blick wert sein können.
The Case of Charles Dexter Ward (H. P. Lovecraft, 1941)
When the young Charles Dexter Ward becomes fascinated by the history of his wizard ancestor Joseph Curwen, who gained notoriety for haunting graveyards, he attempts to duplicate Curwen’s cabbalistic and alchemical feats. It is Ward’s doctor who bears witness to the full horror of Ward’s results as Lovecraft’s psychological mystery unfolds before him.
Schon erheblich besser als die langweiligen Berge, und ernsthaft gruselig dazu. Das macht mir Hoffnung, dass mir meine Erinnerung an sehr guten Lovecraft-Stoff in Kurzform doch keinen Streich gespielt hat!
At the Mountains of Madness (H. P. Lovecraft, 1936)
On an expedition to Antarctica, Professor William Dyer and his colleagues discover the remains of ancient half-vegetable, half-animal lifeforms. The extremely early date in the geological strata is surprising because of the highly-evolved features found in these previously unknown life-forms.
Through a series of dark revelations, violent episodes, and misunderstandings, the group learns of Earth’s secret history and legacy.
“At the Mountains of Acute Boredom” wäre der passendere Titel gewesen. Ich liebe die mir bekannten Kurzgeschichten Lovecrafts, aber das hier ist ein Desaster durch und durch (man darf mich gerne Ignorant heißen, wenn es die Nerven beruhigt). Ich hatte stellenweise den Eindruck, die Broschüre eines Maklers für Wohnungen in Monsterhausen zu lesen, dermaßen geschwätzig überdetailliert habe ich die Beschreibungen (die sich in ständigen Wiederholungen ergehen) der Stadt in den Bergen empfunden (die Passagen zu Beginn der Expedition waren auch nicht viel besser). Auf soetwas wie Atmosphäre, interessante Handlung etc. habe ich dagegen leider vergeblich gewartet, vor lauter Innenarchitektur wurden diese Aspekte der Geschichte wohl total vergessen. Den Abbruch hab ich mir nur verkniffen, weil ich ob des großen Autors bis kurz vor Schluß auf einen Moment gehofft habe, für den die Quälerei sich gelohnt hätte. Vergeblich, wie ich feststellen musste.
Neverwhere (Neil Gaiman, 1996)
Richard Mayhew is an unassuming young businessman living in London, with a dull job and a pretty but demanding fiancee. Then one night he stumbles across a girl bleeding on the sidewalk. He stops to help her—and the life he knows vanishes like smoke.
Several hours later, the girl is gone too. And by the following morning Richard Mayhew has been erased from his world. His bank cards no longer work, taxi drivers won’t stop for him, his landlord rents his apartment out to strangers. He has become invisible, and inexplicably consigned to a London of shadows and darkness a city of monsters and saints, murderers and angels, that exists entirely in a subterranean labyrinth of sewer canals and abandoned subway stations. He has fallen through the cracks of reality and has landed somewhere different, somewhere that is Neverwhere.
Noch gerade rechtzeitig vor dem Start des sechsteiligen Hörspiels der BBC hab ich mich vor kurzem über dieses Buch hergemacht und damit zum ersten mal etwas von Neil Gaiman gelesen. Ich hatte gehofft, einfach gut unterhalten zu werden, und wurde zu meiner Freude und Überraschung mit Kopfkino vom allerfeinsten verwöhnt! Allein schon dem zum niederknien redegewandten und deliziös fiesbackigen Mr. Croup möchte ich mehr Sterne hinterherwerfen, als Goodreads auf Lager hat…
The Trinity Game (Sean Chercover, 2012)
Daniel Byrne is an investigator for the Vatican’s secretive Office of the Devil’s Advocate—the department that scrutinizes miracle claims. Over ten years and 721 cases, not one miracle he tested has proved true.
But case #722 is different; Daniel’s estranged uncle, a crooked TV evangelist, has started speaking in tongues—and accurately predicting the future. Daniel knows Reverend Tim Trinity is a con man. Could Trinity also be something more?
The evangelist himself is baffled by his newfound power—and the violent reaction it provokes. After years of scams, he suddenly has the ability to predict everything from natural disasters to sports scores. Now the mob wants him dead for ruining their gambling business, and the Vatican wants him debunked as a false messiah. On the run from assassins, Trinity flees with Daniel’s help through the back roads of the Bible Belt to New Orleans, where Trinity plans to deliver a final prophecy so shattering his enemies will do anything to keep him silent.
Wieder so ein Fall, in dem ich für 99 Cent ohne große Erwartungen einen Daily Deal der Amazonen im Vorbeisurfen mitgenommen und zu meinem Entzücken reichlich Gegenwert in Form eines waschechten Pageturners erhalten habe. Aus einem zweifelnden katholischen Priester, einem mit allen Wassern gewaschenen Tele-Evangelisten, kirchlichen und weltlichen Interessengruppen mit mehr oder weniger mörderischen Ambitionen und einem Spritzer Mystery wird hier ein geradliniger Thriller konstruiert, der ohne allzuviel Zierkram an den Rändern auf den Punkt seine Story erzählt. Den Autor werd ich im Auge behalten!
Schnicks Sammelsurium: E-Books ]
Letztens hatte ich ein Gespräch mit meinem Freund über die Entwicklung weg vom “Besitz” zu digitalen Inhalten. Es ist witzig, dass ausgerechnet er, der gerade einmal 30 Jahre alt ist und in der IT-Branche arbeitet, das wesentlich kritischer sah als ich, die ich mich den 40 Jahren nähere und eine…
Schöner Beitrag zum Thema, wird von mir sofort mit zustimmender Unterschrift und Stempel versehen. Und inspiriert mich, ein paar eigene Gedanken zu eBooks anzufügen.
Was das immer wieder auftauchende Argument “Büchergeruch” betrifft: Bücher, die riechen, entsorge ich rigoros. In der Regel ist das nämlich der malerische Pestilenzgestank von Lösungsmitteln, Papierfraß, Schimmelbefall und bei gebrauchten Büchern gerne noch Nikotin und Klostein. Davon abgesehen hat Seitenschnüffeln und Einbandstreicheln m.M. mehr mit Fuß- und Latexfetisch als Liebe zum Lesen zu tun. Kann man machen, jedem Tierchen sein Pläsierchen etc., aber sobald Fetischlesen zur einzig wahren Art des Literaturgenusses überhöht wird, mach ich den Kanal dicht und fahr die Krallen aus. Ich bin auf die Wörter, die Geschichten scharf, nicht auf den schlimmstenfalls unhandlichen Klotz, der bis vor kurzem traditionell das Trägermedium der Wahl für diese Informationen war.
Und komm mir keiner mit “aber das ist doch nur eine Leselizenz und du besitzt da nix und irgendwann sind die Dateitypen nicht mehr lesbar und wah wah wah” - ich bin zwar Ü40, aber beherrsche trotzdem den Umgang mit DRM-Entfernern, Konvertierungssoftware, externen Festplatten und Clouddiensten und habe keinerlei Skrupel, unglaublich illegalerweise an meinen bezahlten Leselizenzen davon Gebrauch zu machen, um sie in etwas zu verwandeln, das ich und nicht Amazon [beliebigen Händler DRM-verseuchter Ware einsetzen] verwalte und falls nötig auf den aktuellen Stand der Technik bringe.
Bibliotheken verlangen Pflege, egal ob digital oder auf Papier, sonst wird das nix mit der Haltbarkeit über Jahrzehnte oder länger. Das Know-how zur Pflege einer digitalen Sammlung ist keine Raketentechnik und schnell angeeignet, wenn man es nur will. Wer es trotz Readernutzung nicht will, brauch bei Datenverlust nicht jammern, soviel Eigenverantwortung zur Prävention digitaler Zimmerbrände ist im 21. Jhd. durchaus zumutbar.

![Eine Runde Eigenwerbung mit diesem Reblog von meinem Büchertumblr ;)
ebookwurm:
[KW 23] Wie oft kaufst du dir neue Bücher?
Das kommt ganz darauf an, welches Trägermedium es betrifft.
Das klassische gute Buch auf Papier mit Deckel und Stauraumbedarf im heimischen Regal kaufe ich nur noch a) im Notfall, also wenn es keine eBook-Ausgabe oder dieselbe nur zu einem bescheuerten Preis gibt, oder b) wenn der nach wie vor tief in mir verankerte Sammler bockig darauf besteht, ein ganz bestimmtes Buch aus verschiedensten Gründen zum Anfassen und Liebhaben besitzen zu müssen. Beide Fälle treten dermaßen selten auf, dass im Schnitt höchstens zwei bis drei Papierbücher pro Quartal den Weg zu mir finden. Oft genug auch gar keins.
Schaue ich mir dagegen meine Kauffrequenz bei eBooks an, wird es mir ab und an schon leicht schwindlig (von den kostenlos abgegriffenen Büchern möchte ich gar nicht erst anfangen). Eine Woche ohne eBook-Kauf hatte ich schon lange nicht mehr, die Anzahl der erlegten Exemplare pro Kauf variiert von einem bis zu einem halben Dutzend, gerne nehme ich komplette Serien im Handstreich mit. Diesen regelmäßigen Bücherkaufrausch kann ich mir allerdings nur deshalb leisten, weil ich eBooks fast ausschließlich auf Englisch lese und damit von den z.T. dramatisch günstigeren Preisen von Verlagsbüchern in diesem Segment profitiere. Dazu gesellen sich dann noch Amazons Tagesdeals und die regelmäßig stattfindenden Aktionstage bis -wochen mit eBook-Schnäppchen um €1, die meine Selbstbeherrschung immer wieder auf eine harte Probe stellen.
Fazit: ich kaufe oft und reichlich neue Bücher - jedenfalls wenn man bereit ist, Dateien als Bücher zu akzeptieren, statt sie als Verfall der Kultur und überhaupt als elektronischer Beelzebub zu verdammen. Wer das nicht kann, sieht in mir natürlich nur einen Büchermuffel ohne Sinn für das Schöne und Wahre…
[Die Montagsfrage @ Paperthin]](http://24.media.tumblr.com/2a15357bd57b728fc957b468dd118ab1/tumblr_mo2adgiLQZ1s3q23oo1_500.jpg)






